Heißhunger auf Fisch

Nicht nur beim Urlaub in Küstenorten mit entsprechendem Imbiss- und Restaurantangebot kommt bei vielen Menschen ein plötzlicher Appetit auf Fisch auf. Heißhunger auf Meerestiere entwickeln auch viele Schwangere phasenweise. Mitunter tritt ein gewisses Gieren nach Hering, Aal oder Sardelle sogar einfach so beim durchschnittlichen Flachlandbewohner auf. Dies kann mehrere Gründe haben.

Wenn es salzig bis rauchig sein muss

Ein relativ trivialer Grund für Heißhunger auf Fisch ist der verführerische Rauchgeruch, der von den Räucheröfen der Fischereien und mancher Marktstände ausgeht. Dieser stimuliert direkt das Appetitzentrum und lässt uns Lust auf den Erwerb und Verzehr eines geräucherten Aals oder ähnliche maritime Speisen entwickeln. Etwas komplexer ist das unterschwellige Versprechen guter Laune, das manche Menschen beim Gedanken an Fischgerichte überkommt. Hier wirken Erinnerungen an schöne gesellige Momente mit Fischverzehr in die Gegenwart hinein. Leicht zu bewältigen ist der Heißhunger auf Fisch, wenn er einem Nährstoffmangel geschuldet ist. Ein direkter Zusammenhang zwischen Schilddrüsen-Unterfunktion und Fisch-Heißhunger ist nicht wissenschaftlich erwiesen, doch kann der Verzehr vor allem von Seefisch (z. B. Seelachs, Kabeljau, Scholle) immens zur Jod-Versorgung beitragen. Er hilft auch gegen einen eventuellen Mangel an der Omega-3-Fettsäure EPA. Dessen Symptome sind zum Beispiel Muskelschwäche, Zittern oder schlechte Wundheilung. Wer ständig starken Appetit auf Fisch verspürt, sollte von seinem Hausarzt überprüfen lassen, ob eine Verwertungsstörung hinsichtlich Jod oder der Fettsäuren besteht.

Fisch gesund zubereiten

Nicht nur, was man isst, sondern auch, wie es zubereitet und womit es kombiniert ist, spielt eine Rolle. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist ein Backfischbrötchen mit Remoulade eine Kalorienbombe voller gesättigter Fettsäuren, die man sich, wenn überhaupt, nur ganz selten genehmigen sollte, um den Heißhunger zu stillen. Schonend gegarte und marinierte Fischfilets dagegen sind eine genussreiche Art, den Heißhunger auf Fisch zu bekämpfen. Aber auch ein gebackenes Lachsfilet ist eine beliebte fettarme Komponente, die an Festtagen zum Beispiel mit Blattspinat und Kroketten serviert werden kann oder im Alltag etwa auf Kartoffelpüree.

Übermäßiger Fischgenuss schadet Mensch und Umwelt

Trotz seiner gesunden Inhaltsstoffe sollte Fisch nur wenige Male pro Woche verzehrt werden. Zum Einen sind diverse Fischarten bereits vom Aussterben bedroht – Stichwort Überfischung der Meere -, zum Anderen enthalten vor allem fette Fische und solche Fische aus Küstennähe und Binnengewässern Umweltgifte und Schadstoffe. Aufgrund der Verschmutzung der Gewässer tragen einige Fische Schwermetalle, wie Quecksilber oder Organo-Zinn-Verbindungen, oder auch chlorierte Kohlenwasserstoffe und Pflanzenschutzmittel in sich (mehr dazu hier). Außerdem sind die Auswirkungen der Medikamente, mit denen Fische aus der Fischzucht belastet sind, auf den menschlichen Organismus noch nicht wissenschaftlich geklärt. Bei Heißhunger auf Fischgerichte sollte daher möglichst auf Fänge aus küstenfernen Hochseeregionen bzw. Tiere aus Bio-Fischzuchten gesetzt werden.