Kaffee als Diäthelfer

Seit Jahrhunderten ist das Kaffeetrinken bei Europäern sehr beliebt und für viele Menschen nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Bewusst konsumiert kann das anregende Getränk sogar beim Gewichtabnehmen helfen. Es ist allerdings kein alleinstehendes Fettverbrennungsmittel und nicht für Alle geeignet.

Die stimulierende Wirkung effektiv nutzen

Der bekannteste Inhaltsstoff der Kaffeebohne ist Koffein. Dieses wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem. Noradrenalin und Adrenalin aus dem Nebennierenmark werden ausgeschüttet, ebenso das Dopamin in den Basalganglien im Gehirn. Weiterhin werden Herzfrequenz, Blutfluss und Bluttransport in die Muskeln erhöht bzw. verbessert. Somit ist die gelegentliche Tasse Kaffee eine gute Möglichkeit, sich an müden Tagen auf die Beine zu helfen. Das kann etwa in einer leicht depressiven Phase oder ganz am Anfang einer Diät sein. Während der Koffeinwirkung sollte dann Sport getrieben oder etwas im Haushalt erledigt werden, damit ein Effekt auch später noch spürbar ist. Diese Erfahrung kann im besten Fall dazu führen, dass man wieder merkt, etwas mit dem eigenen Körper erreichen zu können – und dieses Gefühl häufiger erleben will.

Koffein zügelt den Appetit und macht wach

Aus guten Gründen trinken Millionen Menschen hierzulande morgens und mittags Kaffee. Sie haben bewusst erlebt, wie sich Wachsamkeit und Reaktionsfähigkeit verbessern und profitieren unterbewusst von der appetitzügelnden Wirkung, die beispielsweise Frühstückszeit spart oder in arbeitsreichen Phasen ermöglicht, eine Mahlzeit auf später zu verschieben. Die Wirkung beruht auf der erhöhten Abgabe von Glucose durch die Leber und dem reduzierten Blutfluss zu inneren Organen wie dem Verdauungsapparat. Während bezüglich der Wirkung auf das Gehirn und das Nervensystem rasch Gewöhnungseffekte eintreten (weshalb man durchaus von einer Nation der Kaffeesüchtigen sprechen kann), bleibt die appetithemmende Wirkung konstant.

Dauerhafte Abnehmwirkung aber umstritten

Zwar kann eine Tasse Kaffee kurzfristig den Verzicht auf eine Mahlzeit erleichtern – soweit man nicht die Kombination von Kaffee und Essen längst psychisch verinnerlicht hat – doch langfristig holen viele Menschen die Kalorien später nach. So belegt eine amerikanische Studie, dass die langfristige Gewichtsabnahme durch bioaktive Substanzen wie Koffein nur gering ist. Sich also täglich größere Mengen Kaffees zu gönnen, bringt mehr Nebenwirkungen mit sich als nennenswerte Abnehmeffekte. Wieviel Koffein nötig ist, um Schwitzen, Unruhe oder beschleunigten Pulsschlag zu erleben, kommt auf die persönliche Empfindlichkeit an. Zudem kann gerösteter Filterkaffee für Bauchkrämpfe und Durchfall sorgen, sodass auf längere Sicht Nährstoffmängel zu befürchten sind.

Disziplin und Bewegung weiterhin nötig

Neben Problemen wie Herzrasen, Sodbrennen oder Schwindel kann ein erhöhter Kaffeekonsum zum Aussetzen des natürlichen Hungergefühls führen. Es kann dann im Laufe des Tages zu einer Heißhunger-Attacke kommen, bei der mehr Kalorien gegessen werden als wenn man vernünftige Portionen zum Frühstück oder Mittagessen zu sich genommen hätte. Der Vollständigkeit halber muss auch an die Praxis erinnert werden, den Kaffee mit Zucker, Kuhmilch oder gar Sahne zu vermischen. Wer dies benötigt, um die Bitterstoffe im Kaffee zu übertönen, macht den geringen Abnehmeffekt im Grunde direkt zunichte. Wie bei den meisten Schlankheitshelfer gilt also auch für den Kaffee: Er kann kurzzeitig helfen, aber für einen echten und langfristigen Erfolg kommt man um mehr Bewegung im Alltag oder Sport sowie mehr Gemüse und Ballaststoffe nicht herum.

Grüner Kaffee erfreut sich wachsender Beliebtheit

Etwas höhere Abnehmeffekte kann ein spezielles Pulver aus grünen, ungerösteten Kaffeebohnen und weiteren Stoffen wie Ginseng, Matcha und Chlorella bieten. Dieses wird unter dem Namen Skinny Coffee verkauft und ist seit circa 2012 in Amerika beliebt. Man soll es morgens und mittags anstatt des üblichen Filterkaffees oder Espressos trinken. Die fettverbrennende Wirkung ist auf Chlorogensäure zurückzuführen, welche beim gerösteten Kaffeepulver bzw. den selbst zu mahlenden Bohnen kaum noch enthalten ist. Bislang gibt es noch keine Studie, die groß genug angelegt war, um die Wirkung des Skinny Coffees einwandfrei zu belegen. Unter Beachtung des hohen Koffeingehalts kann das Pulver jedoch durchaus als Teil einer weitergehend durchdachten Diät verwendet werden.   Weiterführend: