Night Eating Syndrome

Vom Night Eating Syndrome (NES) wird gesprochen, wenn Betroffene nachts wach werden, und große Mengen Nahrung zu sich nehmen. Erstmals beschrieben wurde das Syndrom NES im Jahre 1955 durch den Arzt Dr. Albert Stunkard et al. Das Night Eating Syndrome wurde in Stunkards Studie so definiert, dass 25 % der gesamten täglichen Zufuhr von Kalorien nach dem Abendessen zugeführt werden. Des Weiteren beschrieb er begleitende Einschlafstörungen sowie das Fehlen von Morgen-Appetit. Stunkard et al. legten außerdem dar, dass NES häufig mit depressiven Verstimmungen einhergeht. Die Kombination aus NES und Stress ziehe eine Übellaunigkeit der Betroffenen nach sich, welche sich charakteristischerweise im Laufe des Tages verschlechtere (Stunkard et al., 1955).

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Night Eating Syndrome

In den 1980er Jahren gewann die Erkrankung an Aufmerksamkeit, woraus zunehmende Forschung auf diesem Gebiet resultierte. Obwohl heutzutage bereits weitaus mehr Daten zum Night Eating Syndrome vorliegen als noch vor 30 Jahren, ist die Erkrankung dennoch unzureichend erforscht. Zudem wird NES offiziell noch nicht als Erkrankung anerkannt. Das Syndrom ist bis heute nicht in den ICD-10 Katalog aufgenommen worden. Fraglich ist für Wissenschaftler noch immer, ob es sich um eine psychiatrische Erkrankung, eine durch Schlafstörungen hervorgerufene Veränderung, eine reine Essstörung oder eine verwandte Erkrankung zur „Binge Eating Disorder“ handelt. Die Binge Eating Disorder beschreibt ein Krankheitsbild, bei dem die Betroffenen an zwanghaftem Überessen leiden (Quelle).

Symptome des Night Eating Syndrome

Etwa 1-2 % der Bevölkerung der Industriestaaten sind von NES betroffen. Grundsätzlich leiden sowohl Männer als auch Frauen aller Altersgruppen am Night Eating Syndrome – am häufigsten sind jedoch junge Frauen betroffen. Wer unter NES leidet, nimmt meist kein Frühstück zu sich. Stattdessen wird etwa 25% der täglichen Nahrung nachts verzehrt. (Quelle).

Therapie des Night Eating Syndrome

Ebenso wie das Krankheitsbild Night Eating Syndrome ist auch seine Therapie noch wenig erforscht. Gute Therapie-Erfolge konnten bislang mit Psychopharmaka, Antidepressiva und mit Medikamenten gegen Epilepsie erreicht werden. Jegliche medikamentöse Therapie sollte allerdings an eine psychotherapeutische oder psychiatrische Therapie gekoppelt sein, um den Ursachen nachzugehen. Die Steigerung von körperlicher Aktivität sowie regelmäßige Entspannungsübungen können dabei helfen, Ausbrüche von NES zu verbessern.